Flug in die dänische Südsee

So nennt man die Gegend zwischen Jütland und Seeland. Jahrelang habe ich Dänemark mit dem Wohnmobil bereist, eine sehr schöne Landschaft, kristallklares Wasser der Ostsee und eine freundliche Bevölkerung - so kannte ich es und so ist es immer noch.

Am 10.8.12 telefonierte ich mit Holger und fragte, ob er Lust hätte am Samstag zu mitzufliegen. "Gerne" war seine Antwort. Es folgte die Frage nach dem "Wohin". Ich sagte nur "Dänemark". Holger war begeistert, er war noch nie dort.

Also haben wir uns am 11.8.12 um 9.30 Uhr in Felde getroffen, kurze Flugvorbereitung (das meiste hatte ich schon am Vorabend geplant) und los. Über Niedersachsen und Schleswig-Holstein hatten wir noch eine kräftige Cu-Bewölkung, also "on Top". Schnell kamen wir voran, die Bewölkung nahm ab und die Ostsee erschien in einem schillernden türkis. Jetzt verstand ich auch den Begriff "Südsee". Zunächst nähme wir Kurs auf Odense. Der Funk lief unproblematisch. Es war auch kein anderer auf der Frequenz. Unten angekommen, stellten wir fest, dass wir auf einem Geisterplatz waren. Keine Personen auf dem Flugfeld und in der Abfertigungshalle. Die Gaststätte war geschlossen, der Parkplatz vor dem Flugplatz war voll mir Autos, aber keine Menschen.

Nachdem wir so 20 Minuten die Landegebühr zahlen wollten und nichts passierte, tauchte die Polizei auf und rief auf dem Tower an. Es kam endlich jemand, wir konnten zahlen und sind gleich weitergeflogen. Über Middelfart und Bogense ging es nach Endelave, Rolf sei Dank, der Tip kam nämlich  von ihm.

Man meldet sich auf einer Luft-Luft-Frequenz zur Landung, überfliegt den Platz, schaut nach dem Windsack und landet. Die Landegebühr wird in einen Kasten gesteckt, die Fahrräder stehen im Schuppen. Damit sind wir dann zum Hafen und in den Ort geradelt. Da wir in Odense weder gegessen noch getrunken haben, waren wir glücklich, den Krø gefunden zu haben. Für die Unkundigen: Krø=Dorfgasthof.

So sind wir in den Krø eingekehrt und haben einen wunderbaren Platz direkt in der Sonne an der Dorfstraße bekommen. Mit der Speisekarte konnten wir zunächst nicht viel anfangen, es war ja alles in dänisch. Aber aus alten Campingzeiten wusste ich noch, dass sehr viele Dänen deutsch sprechen. So war es dann auch. Die freundliche Inhaberin wollte uns alles übersetzen, dieses kürzten wir mit der Frage nach einer regionalen Spezialität ab. Dieses war dann auch gleich das erste Gericht auf der Karte und, nach einem schweifenden Blick in die Runde, auch die Wahl einiger anderer Gäste: Æggekage

Hierbei handelt es sich um ein riesiges Omelett mit kross gebratenen Schinkenspeck, Tomaten und Schnittlauch. Als Beilagen selbstgemachtes Nussbrot mit Kräuterbutter. Alles super lecker.

Frisch gestärkt fuhren wir zum Platz zurück. Einige Dänen interessierten sich für das Flugzeug, einer war auch schon in OL-Hatten. Nach einigen interessanten Gesprächen hat uns einer noch fotografiert, dann sind wir wieder los.

Gleich in der Luft wieder Kontaktaufnehmen mit Copenhagen Information zwecks Startmeldung des Flugplanes, nur, es kam keine Antwort. Nach gefühlten 10 Minuten Kontakt zu Odense Tower. Dort wurden wir die Meldung los und sind Richtung Großen Belt geflogen. Umschalten wieder auf Copenhagen und, zu unserer Verwunderung, wir hörten unser Rufzeichen. Die müssen uns schon längere Zeit gerufen haben. Ich habe dann die Situation erklärt, wir bekamen das QNH und einen Squark. Alles nett und freundlich, ich war stolz auf mich, alles auf englisch hingekriegt zu haben.

Vorbei an Langeland und Tasinge ging es in Richtung Ærø. Dort haben wir uns den Flugplatz noch aus der Luft angeschaut und kurze Zeit später gab uns Copenhagen die Freigabe zum Verlassen der Frequenz. 50 Minuten später waren wir wieder in Westerstede.

Fazit: Dänemark ist immer eine Reise wert: nette Leute, traumhafte Landschaften und lecker Æggekage. Das machen wir 2013 nochmal als Clubausflug.

Weitere Bilder in der Gallerie

 

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